Streifzug des Monats:
Bauhaus und Handwerk in Dessau

Mit RE 7 und Bauhaus-Linie zu wegweisenden Visionen und Meisterwerken

Stiftung Bauhaus Dessau Foto: Yvonne Tenschert ©
Stiftung Bauhaus Dessau Foto: Yvonne Tenschert ©

Erkunden Sie in der Bauhausstadt Dessau die aktuelle Ausstellung im einstigen Schulgebäude der legendären Hochschule für Gestaltung, werfen Sie einen Blick auf die Laubenganghäuser, die seit Juli ebenfalls zum UNESCO-Welterbe Bauhaus zählen, und ergänzen Sie Ihr Kulturprogramm um einen Besuch der Anhaltischen Gemäldegalerie.

Nach Dessau reisen Sie und Ihre Freunde mit dem Brandenburg-Berlin-Ticket besonders günstig. Es gilt im RE 7, zum Beispiel um 9.15 Uhr ab Berlin Hauptbahnhof, auch über die Landesgrenze hinaus bis Sachsen- Anhalt. Inhaber eines VBB-Abos 65 plus lösen online, am Fahrkartenautomaten oder im DB-Reisezentrum vorab eine Fahrkarte ab Medewitz, dem letzten Bahnhof in Brandenburg, bis Dessau. Die Stadt mit der deutschlandweit größten Dichte an Bauhausbauten steht bereits jetzt ganz im Zeichen des 100-jährigen Bauhausjubiläums 2019.

Besuchen Sie also das berühmte, 1925 bis 1926 nach Plänen von Walter Gropius entstandene Bauhausgebäude 1 , nur 600 Meter vom Hauptbahnhof Dessau entfernt. Dort bringt Ihnen die Auftakt-Ausstellung zum Jubiläum mit dem Titel „Handwerk wird modern“ eindrucksvoll nahe, wie die bahnbrechenden Ideen der Hochschule für Gestaltung konkrete Formen annahmen.

Denn am Bauhaus diskutierten nicht nur prominente Künstler wie Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee über gestalterische Ideale und prägten damit weltweit Architektur, Design und Kunst des 20. Jahrhunderts. Im Werkstattflügel mit Tischlerei, Metallwerkstatt und Weberei (kleines Foto) wurde auch ganz tatkräftig in Handarbeit gehämmert, gehobelt, gesägt und gewebt.

Von der Geschichte und Funktion der Werkstätten und dem Spannungsfeld des Handwerks zwischen Utopie und Industriekultur erzählen Skizzen, Unterrichtsaufzeichnungen, Materialstudien, Objekte und Fotos. Im Dialog mit zeitgenössischen Designpositionen zeigt sich die bis heute anhaltende Wirkung dieser Kreativstätte, die von Weimar, Dessau und Berlin aus zwischen zwei Weltkriegen Aufbruchstimmung verbreitete.

Stiftung Bauhaus Dessau Foto:Doreen Ritzau ©

Wohnungen für den Volksbedarf

Stiftung Bauhaus Dessau Foto:Doreen Ritzau ©

Für Ihre weiteren Erkundungen empfiehlt sich die Nutzung der Bauhaus-Buslinie 10, die circa zwischen 10 und 17 Uhr alle wichtigen Bauhaus-Standorte anfährt. Tickets erhalten Sie beim Fahrer, die Einzelfahrt kostet 1,70 Euro, eine Tageskarte 5 Euro. Der Bus bringt Sie auch zum Kornhaus einer Gaststätte in typischer Bauhaus-Architektur mit schönem Blick über den Elbdeich (großes Foto). Nach Ihrer Stärkung nehmen Sie erneut den Bus bis zu den Laubenganghäusern.


Bei schönem Wetter können Sie auch zu Fuß circa 45 Minuten durch den naturbelassenen, von Kleinarchitekturen und Denkmalen durchzogenen Park Beckerbruch spazieren und erst am Hauptbahnhof wieder in die Bauhaus-Linie einsteigen. Die von Hannes Meyer, dem späteren Bauhausdirektor, entworfenen und durch die Bauabteilung des Bauhauses realisierten Laubenganghäuser ergänzen seit Juli diesen Jahres das UNESCO-Welterbe Bauhaus. Unter dem Motto „Volksbedarf statt Luxusbedarf“ entstanden 48 Quadratmeter große sogenannte Volkswohnungen, die an Arbeiter und Angestellte vermietet wurden. Die Häuser in der Peterholzstraße und Mittelbreite sind bis heute bewohnt und größtenteils unverändert geblieben. Laubengänge, bei denen die Eingangstüren an einem gemeinsamen, offenen Gang liegen, gab es bereits im Mittelalter. Der soziale Wohnungsbau der 1920er-Jahre griff die Idee wieder auf.

Von Gropius zu Brueghel

Siedlung Törten, wo Sie sehr gut die Unterschiede der Architekturkonzepte von Meyer und Gropius erkennen können. Die Dauerausstellung im Konsumgebäude aus dem Jahr 1928 führt in die Entstehungsgeschichte der Siedlung ein. Dienstags bis sonntags beginnt hier immer um 15.30 Uhr die Besucherführung durch die Siedlung Dessau-Törten und in die Musterwohnung der Laubenganghäuser. Nehmen Sie die Bauhaus-Linie Richtung Hauptbahnhof und steigen Sie, wenn Sie noch Zeit haben, am Rathaus aus. Von dort erreichen Sie über die Schlossstraße in wenigen Minuten das Stadtschloss Johannbau, das bis zur Wiedereröffnung des Georgiums die Anhaltische Gemäldegalerie beherbergt.

Als Kontrast zur Funktionalität und den klaren Formen der Moderne sehen Sie hier Spitzenstücke aus der Reformationszeit, etwa von Lucas Cranach und Hans Baldung, auch Grien genannt, herausragende Werke der holländischen Genre- und Stilllebenmalerei sowie Schöpfungen flämischer Maler wie Jan Brueghel der Ältere und Pieter Breughel der Jüngere. Steigen Sie danach ein weiteres Mal in die Bauhaus-Linie, und in wenigen Minuten sind Sie am Hauptbahnhof Dessau. Der RE 7 bringt Sie, zum Beispiel um 18.08 Uhr, zurück nach Berlin.

M. Göttsching

Anreise

Hinfahrt: stündlich mit RE 7 bis Dessau, z.B. 9.15 Uhr* ab Berlin Hauptbahnhof
Rückfahrt: z.B. 18.08 Uhr ab Dessau
Fahrzeit: ca. 1 Stunde 40 Minuten

* bis 31.10. ggf. abweichend

Reiseauskunft

Tourist-Information Dessau-Roßlau

Zerbster Straße 2c
Tel: 0340-2041442

Brandenburg-Berlin-Ticket

Kreuz und quer durch ganz Brandenburg und Berlin fahren - nur 29 Euro.

Jetzt informieren!

Beantworten Sie folgende Frage und gewinnen Sie!

In welchem Jahr gründete sich das Bauhaus in Weimar, die wichtigste Kunstschule des 20. Jahrhunderts?

1. Preis: Führung durch die Ausstellung „Handwerk wird modern“ im Bauhaus Dessau inklusive Eintritt sowie ein Brandenburg-Berlin-Ticket für fünf Personen
2. Preis: Eintritt in die Anhaltische Gemäldegalerie im Stadtschloss Johannbau sowie ein Brandenburg-Berlin-Ticket für fünf Personen
3. Preis: Eintritt in die Anhaltische Gemäldegalerie im Stadtschloss Johannbau sowie ein Brandenburg-Berlin-Ticket für fünf Personen

Schicken Sie uns Ihre Lösung per Postkarte bis zum 7. November 2017 (Poststempel) an:
punkt 3 Verlag GmbH, Streifzug des Monats, Panoramastraße 1, 10178 Berlin

Eine Barauszahlung und eine Übertragung des Gewinns ist nicht möglich. Ihre personenbezogenen Daten werden von der DB Regio AG ausschließlich für die Abwicklung des Gewinnspiels erhoben, verarbeitet und genutzt. Es ist nur ein Gewinn pro Person möglich. Der Rechtsweg sowie Einsendungen, die Dienstleister für ihre Kunden vornehmen, sind ausgeschlossen.